Hallo zusammen!
Mit meinem kaputten Wacom-Tablett bin ich noch immer in einer erzwungenen Zeichenpause, habe dafür aber auch schön konzentriert an einem der letzten Kapitel der Detektivmission geschrieben. Das Anstrengendste überhaupt ist ja, wenn der Spielercharakter nicht einfach stirbt, sondern seine Geschichte bis zum Schluss erzählt werden muss… aber vermutlich macht es keinen Sinn, sich über zuviel Text in einem Textadventure zu beschweren.

Neben ein paar schönen Horroreindrücken vom Fantasy Film Fest wollte ich mir dann auch noch etwa mehr Inspiration für Storytelling und Entscheidungen verschaffen und habe als allererstes Detroit: Become Human ausprobiert. Es sieht ja wunderhübsch aus! ABER! Skeptisch wurde ich schon, als meine Finger in rhythmischer Bewegung über das Touchpad strichen, so dass der Android-Charakter – ein Hausmädchen – das Geschirr anständig putzen konnte. Vielleicht sogar schon eher, bei der Sicht des Android Compartments im Detroiter Apartheid-Bus.
Natürlich werde ich es weiterspielen, weil ich eine Idiotin bin, die interaktive Geschichten liebt, und die Charakter-Interaktionen gefallen mir auch sehr gut soweit – aber…. oh Mann.

Kein Witz

Kein Witz

Ganz anders dagegen Choice of Robots. Das habe ich gestern erst entdeckt und bin schon ganz hin und weg! In meinem ersten Playthrough lebte ich ein glückliches Leben und starb im Kreise meiner Familie(mechanisch&menschlich) an der Algernon(!) Gehirnkrankeit, der zweite, den ich heute morgen noch vor der Arbeit begann, bewegt sich bereits gefährlich in ein Terminator-Szenario.

Dämliche Toaster.

Im Grunde besteht das Spiel darin, dass man als aufstrebender junger Robotik-Experte(m/w) seinen ganz persönlichen kleinen Roboter zusammenzimmert. Je nachdem, wie man ihn behandelt und was man ihn lehrt, wird die KI entweder unabhängiger, mitfühlender, geschickter oder kompetenter im militärischen Bereich. Diese Spielmechanikwerte sind die ganze Zeit über sichtbar, neben Eurer Bekanntheit und Eurem Reichtum. Obendrein müsst Ihr auch noch entscheiden, welchen Karriereweg Ihr einschlagt. Ihr könnt ein eigenes Startup gründen, Euch vom Militär verpflichten lassen, ein dubioses Angebot aus China annehmen, oder in einer bestehenden Firma einsteigen.
Wofür Ihr Euch auch entscheidet, Euer erster Roboter wird Euch begleiten, von Euch lernen und eventuell in Frage stellen(wenn Ihr ihm denn diese Fähigkeit gegeben habt). Es tun sich wirklich philosophische, mal unangenehme, mal herzerwärmende Fragen auf, die ich von der recht billigen Präsentation nicht erwartet hatte.

Werden Eure Roboter haushohe Mechs, empathische Chirurgen oder Spielzeuge?

Das Spiel hat angeblich einen Umfang von 300.000 Wörtern, was eine Menge ist, und der extreme inhaltliche Unterschied in meinen ersten beiden Spielen hat es jetzt schon zu meinem Favoriten gemacht, über Sorcery, 80 Days & Lifeline.

Aber wozu schreib ich das alles eigentlich? Ihr könnt die ersten 2 Kapitel (der Standard sind 8 für einen Durchlauf) auch ganz umsonst spielen.

Im Moment ist komplett textbasierte Spiel für mich weitaus spannender als Detroit: Become Human, aber ich komme sicherlich zurück für den hübschen Regen, und die Wäsche muss ja schließlich auch noch jemand machen.

CoR